Zu Besuch in Malawi

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Vom 13. Juli bis zum 10. August durften wir wieder einmal mit einer SwiZimAid-Gruppe Afrika besuchen. Im regionalen Musiklager 2017 waren zum ersten Mal auch Salutisten aus Malawi dabei. Für praktisch alle von ihnen war es die erste Reise ins Ausland und sie waren begeistert, dass sie teilnehmen konnten. Rasch war klar, dass Instrumente in ihrem Land Mangelware sind. Nicht alle hatten ein eigenes dabei und die, die sie dabei hatten, waren in einem sehr schlechten Zustand. Das Instrument eines Cornetisten, der bei mir vorspielen musste, brach während des Spielens komplett auseinander. Am nächsten Tag kam er motiviert nochmals vorbei, um vorzuspielen – Monika hatte sein Instrument repariert. Wir entschieden deshalb, auf der diesjährigen Reise auch Malawi zu besuchen. John Moore, Musikchef von Belfast in Nordirland, der letztes Jahr auch im regionalen Musiklager dabei gewesen war, hatte uns geholfen, eine Pallettelieferung mit 14 Instrumenten, 25 Ständern, Noten und Kleidern nach Malawi zu organisieren und übernahm auch gleich die Transportkosten. Anfang Juni waren die Instrumente von Marcel Reuteler revidiert und bereit, nach Malawi abgeschickt zu werden.

Am Freitag, 27. Juli 2018 flog eine SwiZimAid-Gruppe (John & Sharon Major aus England, John Moore, Monika Meier, Philipp Stettler und ich) von Harare (Zimbabwe) nach Lilongwe (Malawi) und wurde dort von Charles Chimamba, dem territorialen Musikleiter und Capt. Stanley Phiri, dem PR-Offizier willkommen geheissen.

Am Samstag war ein Übungstag im Korps Lilongwe organisiert. Wir übten den ganzen Tag mit 18 MusikantInnen. Sie hatten alle ihre Instrumente dabei und waren sehr motiviert. In den Pausen hatten wir gute Gespräche mit ihnen. Wir übten mit ihnen drei Musikstücke für den kommenden Sonntagsgottesdienst ein. Während der Proben revidierte Monika draussen an einem Tisch mit mitgebrachten Werkzeugen Instrumente. Der Zustand gewisser Instrumente war – bei uns würde man sie kaum mehr brauchen.

Am Sonntag durften wir an einem divisionalen Treffen teilnehmen, bei dem der Korpsoffizier verabschiedet wurde, weil er nach Blantyre wechselte. Man merkte bald, dass diese Offiziere sehr beliebt waren in ihrem Korps – die Versammlung dauerte mehr als vier Stunden.

Salvation Army Brass Band Malawi

Am Montag wurden wir von Capt. Stanley ins 350 km entfernte Blantyre gefahren, eine Autoreise von etwa fünf Stunden. Dort checkten wir in ein sehr einfaches Hotel ein – es gab praktisch kein Wasser, dafür teilten diverse tierische «Mitbewohner» unser Zimmer.

Am Dienstagmorgen wurden wir früh abgeholt und trafen im THQ den Landesleiter Col. Moses Wandulu. Pünktlich um 8h30 wurden wir in seinem Büro sehr freundlich und wohlwollend begrüsst. Für ihn war offensichtlich die Lieferung von Instrumenten und Ständern etwas Neues. Er gab uns den Auftrag, die Instrumente dort zu verteilen, wo wir es für nötig hielten. Im Korps Bangwe, welches an einer belebten afrikanischen Strasse liegt, warteten bereits einige Musikanten aus vier verschiedenen Korps auf uns. Offenbar war ihnen nicht kommuniziert worden, was wir genau mit ihnen vorhatten und deshalb hatten sie ihre Instrumente nicht dabei. So wurde entschieden, dass die Instrumente aus dem 15 km entfernten Korps Blantyre geholt werden sollten. Mit einer zweistündigen Verspätung begannen wir unsere Musikprobe dann doch noch. Auch hier war Monika wieder damit beschäftigt, Instrumente zu revidieren. Am Ende des Tages verteilten wir in Absprache mit Charles Chimamba 14 Instrumente sowie auch die sechs, welche wir im Handgepäck aus der Schweiz und aus England mitgebracht hatten. Mit denen hatten wir als SwiZimAid-Gruppe an drei Sonntagen in drei verschiedenen afrikanischen Ländern die Gottesdienste musikalisch umrahmt. Alles in allem war es ein anstrengender, aber erfolgreicher Tag.

Auf dem Rückweg via Monkey Bay am See Malawi, wo wir einen angenehmen Ruhetag verbringen durften, konnten wir die letzten Instrumente im Korps Lilongwe persönlich vorbeibringen.

Unsere Woche in Malawi war eindrücklich. Es gibt im ganzen Land nur einen B-Bass, einen Es- Bass sowie drei Euphonium. Unser Team war sich rasch einig: Weitere Instrumente werden dort dringend gebraucht. Wir möchten also mit der nächsten Lieferung grosse Instrumente verschicken. Vermutlich wird dies im Juni nächstes Jahr sein – nach Afrika ist vor Afrika!

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